Tageslosung

Für jeden Tag ein Wort aus dem Alten und dem Neuen Testament

Urheberrecht liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität Herrnhuter Brüdergemeine


Gedanken zwischendurch

Dieser Tisch steht in einer klösterlichen Kommunität in der Messara-Ebene von Kreta.
Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern offen zugänglich für jeden Besucher steht er vor dem Wirtschaftsgebäude als würde er allein durch seine Präsenz einladen,
mit Platz zu nehmen in der Runde der Mönche. Auch außerhalb einer Essenszeit war das Gesicht eines Bewohners mir fremden Eindringling freundlich zugewandt.
Hier fühle ich die Bedeutung des griechischen Begriffs Xenos, der zugleich den Fremden und Ausländer beschreibt wie auch den Gast, den es wie einen Freund zu bewirten gilt.
Dieses Bild steht für ein Stück Himmel mitten auf einem abgelegenen Stück Erde. Selbst in den Bildern Jesu ist der Tisch ein Ort, der mitten im Himmelreich stehen könnte,
ein Ort des Friedens zwischen den unterschiedlichsten Menschen, der niemanden ausgrenzt, sondern ein Ort der Freundschaft und der Zusammengehörigkeit ist.
Hier lässt es sich leben, sitzen und verweilen. Hier darf ich sein, wie ich bin, anders und doch willkommen. Die Gastfreundschaft Gottes zu genießen, das ist ein himmlisches Vergnügen.
Das lässt sich auch hierzulande spüren am Tisch des Herrn, wenn in unseren Kirchen das Abendmahl gereicht wird. Auch hier bin ich ein Xenos, in gewisser Weise fremd.
Und doch gibt Jesus Christus alles, um mich wie einen Freund zu bewirten.
Die Verbundenheit der Gäste und den Geschmack des Himmels zu spüren, das wünsche ich einem jeden.

Da aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!
Matthäus 22,1

Ihr
Martin Schulz

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